Auf nach Venedig

Vergangenen Freitag ging es also mal nach Venedig. Mit der Bahn eben ne gute Stunde Fahrt. So laesst sich das ganz gut machen.
Tja, was soll ich gross ueber Venedig erzaehlen? Schoen? Schrecklich? Also die Stadt als solche ist natuerlich sehenswert, wenn man sich aber mal vorstellt, man wuerde dort leben, dann wuerden einem wohl die Touries gehoerig auf die Nerven gehen. Sie schleichen in bemerkenswerter Langsamkeit durch die engen Gassen. Man erkennt den einheimischen schon daran, dass er mit der Eleganz eines Slalomfahrers um sie herum gleitet. Und trotz dieser Tatsache, wirken die Einwohner sehr entspannt. Klar, im Grunde leben sie auch von den Massen an Besuchern. Fuer mich ist es immer faszinierend, das Stimmengewirr aus allerlei Sprachfetzen zu belauschen. Und natuerlich bot sich mehr als einmal die Gelegenheit, die 5-Min-Liebezu pflegen, welche ich allerdings auf Sekunden beschraenken musste. Alles in allem, eine schoene Abwechslung.

Ich liebe oeffentliche Toiletten aber aus anderem Grund. Die Waende der Klo's sind ein Sammelsurium allerlei Weisheiten, Gruesse und Statements. So titelte einer: THE MISSING MONIQUE TOUR, von diesm Titel war ich so geruehrt, dass ich mich auch verewigen musste. Natuerlich wars fuer mich die THE MISSING LELLI TOUR, denn trotz der vielen Eindruecke habe ich oft an sie denken muessen. Aber was solls, sie wird ihren Spass mit dem Don haben und hoffentlich gluecklich sein.
Ich wuerde mich derzeit als zu 99% gluecklich beschreiben, singlesein ist irgendwie auch cool. Man will immer das, was man nicht hat. Wobei meine Gedanken an sie immer weniger und immer verschwommener werden.
Ausserdem nervt es mich, wenn sie immer in meinem Kopf rumschwirren muss... In ihren dicken Hintern sollte ich ihr treten, der irren... Mann!

...

Grad ist es etwas langweilig, vielleicht bin ich aber auch nur etwas geschafft von den letzten Tagen. Viel rumgerannt. Morgen fahre ich nach Venedig, habe eigentlich wenig Lust aber was solls.

Ich trau mich ja kaum es zu sagen aber evtl, mit etwas Glueck, koennte sich bald etwas Jobrelevantes tun. Habe heute mit jemandem gesprochen, der in der Hafenverwaltung arbeitet. Auf der einen Seite freue ich mich, auf der anderen Seite mache ich mir natuerlich sofort ins Hemd. Rational betrachtet, sollte ich nen Salto schlagen... Naja, abwarten. Wenn der aber ein konkretes Angebot haben sollte, muss ich zuschlagen.

So, ich gucke mal etwas sinnfreies italienisches TV. (ueber das ich mich demnaechst mal auslassen muss)

Brimborium und Kultur

Am 26. hies es tutti in Piazza. Grosse Militaerparade zum 150. Jahrestag der Einheit Italiens und der Rueckkehr Triests unter italienische Herrschaft. Viel Lametta und grosses Brimborium, Veteranen der vergangenen, Helden der aktuellen und der Nachwuchs fuer die kommenden Kriege. Gerade fuer mich ist es schwierig mich der Faszination des Militaers zu verschliessen, wurde ich doch immer in Verehrung fuers Militaer erzogen. Zum ersten mal sehe ich das ganze Spektakel, mit Fahneneid, Flugzeugueberflug, schneidigen Soldaten und Soldatinnen mit gemischten Gefuehlen. Aber wem's gefaellt... Fuer mich es es halt das Jahr 0 n. Lelli. Sie hat es geschafft mir Nina auszutreiben und auch andere Ansichten neu zu Ueberdenken. Oft ist das nicht einfach aber es schadet nicht. Danke.

Am Abend gehts auf das Parkett der Hochkultur. Modernes Ballet nach choreographien von Martha Graham im Rosetti. Mein Sachverstand reicht nicht aus, die Qualitat einzuordnen aber dies gleiche ich durch meine Hochachtung fuer die Taenzer und Taenzerinnen aus. Fantastisch und bewundernswert, mit welcher Leichtigkeit und Anmut sie sich bewegen. Um ein wenig auf die Tonne zu klopfen, erwaehne ich mal, dass ich mit der Honorarkonsulin der Niederlande bekanntgemacht wurde und mit dieser in der Loge sitzen durfte. Ich arbeite also mit vollem Einsatz an der europaeischen Einheit. Das tue ich nicht fuer mich, sondern fuer uns alle.
Auf jeden Fall ein sehr schoener Abend und ich lege abermals den geneigten Lesern und Leserinnen nahe, sich solchen Sachen nicht zu verschliessen. Ich Klugscheisser.

Fiera di Padova

Der Automechaniker von umme Ecke hat mich eingeladen, mit dem Motorradclub, dem er angehoert, zur Fiera di Padova zu fahren. Der groessten Oldtimermesse in Italien. Da ich mich ja fuer sowas begeistern kann, habe ich zugesagt. Also, treffen um 8:00. Ein Reisebus mit ca 50-60 Italienern, ich erwarte Erfahrungsgemaess ein mittelgrosses Chaos. Die Abfahrt klappt recht puenktlich, erwartete Reisedauer ca 3Std. Der Bus hat sich gerade in Bewegung gesetzt, da muss erstmal die 5 koepfige Jury fuer die anstehende Weinprobe bestimmt werden. Ok,erledigt. Nach sage und schreibe 30min Fahrtzeit ist Pause. Ab auf nen Rastplatz. Biergartengarnitur aufgebaut, einen riesen Kochschinken auf den Tisch und ca 50 Flaschen Wein am Start. Die Jury macht sich an die Arbeit, der Rest trinkt Mangels Fachkenntnis, einfach so. Man unterhaelt sich, lernt sich kennen. Ich lerne Renata kennen aber auch Fabio, Santin, Andrea (ein Kerl), Roberto. Die Kavaliere unserer 10 koepfigen Reisegruppe versammeln sich um Renata, die mit ihrem Charme zumindest mich beeindruckt. In Rypisch triestinischer Art kommt man sich naeher. Essen und trinken sind nunmal die Besten Moeglichkeiten dafuer. Irgendwann gehts dann weiter, mit der Fahrt, die Konversation wird lockerer. Ankunft in Padova. Die groesste Oldtimer Messe Italiens bringt die absolute Reizueberflutung. Wunderbare Autos, Motorraeder usw usw. Und natuerlich auch hier: Wunderschoene Frauen.
Rueckfahrt. Alle sind erschoepft, also wird die Weinprobe in den Bus verlegt. Die Flaschen kreisen und alle werden immer lustiger und ein Feuerwerk der Sprueche und Scherze wird gezuendet. Neben der Fiera hat mich begeistert, wie ich integriert wurde, obwohl ich von den Leuten fast niemanden kannte, war ich sofort einer von ihnen.
Die Fahrt geht weiter, der Wein wird waermer aber kaum weniger, obwohl getrunken wird. Dann gehts rund! Die ersten triestiner Lieder werden angestimmt. Zehn Leute unterhalten den ganzen Bus. So treffen wir Abends in Triest ein, ein wunderbarer Tag mit netten Leuten geht zu Ende. Ich muss noch den ganzen Abend lachen.

Ach, Renata ist uebrigens ne ganz Nette.

Mico

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