Vor 24 Stunden war ich noch in Triest, Gestern Abend die erste Schicht in der Tanke und ich habe die Schnauze schon wieder voll. Heute gleich wieder Tanke. Da muss was passieren.
Gestern in einem meiner Lieblingslokale gespeist, da Romano. Ein kleines Fischrestaurant, klein, persoenlich. Romano liest uns die Gerichte des Tages vor und entscheidet, wer was isst. Bei Onkel und Tante kennt er die Vorlieben, bei mir weiss er, dass ich gerne probiere und dass ich ihm da vertraue. Also bekomme ich geschmischte Muschelplatte, Tagliatelle mit Krebsfleisch, eine gemischte Fischplatte gegrillt und Nachtisch. Ich muss sagen, ein Genuss aller erster Klasse. Alles passt in dem Laden, Ambiente, Herzlichkeit und die Qualitaet der Gerichte. Romano, ich liebe dich.
Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen, das uebliche Kopfkino mit nem scheiss Film. Aber neben den gewohnten Gedanken musste ich an folgende Geschichte denken:
Bis zu meinem 5. Lebensjahr wohnte ich in einem kleinen Dorf in der bayrischen Pampa. So ein typisches Dorf halt, Bauernhoefe, Kirche, Gasthof. Ich gehoerte einer Gang mehrerer Kinder an, Alter von 5 bis ca 12Jahren. Das ganze Dorf war unser Spielplatz. Da gab es einen Mann, den Herrn Loeffler, der baute sich in einer Scheune ein Schiff, kein Boot, ein richtig grosses Schiff. Wir schlichen uns oft in diese Werft fernab von jedem Gewaesser. War es doch ein Riesenabenteuer. 1981 zogen meine Eltern mit mir dort weg. 20Jahre spaeter bin ich wieder in dieses Dorf gefahren. Es ist groesser geworden aber noch immer das Dorf von damals. Aus irgendeinem Grund habe ich mich zum Loefflerhof durchgefragt und ihn gefunden. Auf der Bank vor dem Haus sass jemand. "Herr Loeffler?" "Ja?" "Gibs ihr Schiff noch?" Er schmunzelt etwas verlegen "Joar, des is no doar. Woher wissens davo?" "Als kloaner Buab hab i do gspuit, mit de andere" "Soso" "Kann i's ma sehn, ihr Schiff?" "Freilich, kommens nei" Er fuehrt mich in die Scheune, das Schiff steht da, halbfertig, viel hat er nicht geschafft seit dem. Ohne gefragt zu haben, beginnt er zu erzaehlen. Von seiner Frau, den gemeinsamen Plaenen und Traeumen. Von einer Weltumsegelung, einer Fahrt nach Amerika. Ich frage vorsichtig "Und?" Er zuckt mit den Schultern. "Die Frau gibts nicht mehr." Ich frage nicht Warum. "Tja, Dinge aendern sich eben und so stehts halt noch hier."Als ich gehe, sehe ich nur, wie er auf den Rumpf des Schiffs klopft und sich wieder auf seine Bank setzt. Alleine. Ich winke und verlasse das Dorf.
Dinge aendern sich eben aber die Zeiten fuer Traeumer waren wohl schon immer hart.
In Gedanken nen Gruss an : Adalbert, Andi, Oliver, Jochen, die Schwaengle-Zwillinge,den Einaeugigen, Harry, Iwitzl und meine Titti. Und nicht zu Vergessen: an Herrn Loeffler
Es gibt ne Menge Sprueche, die mir aus irgendeinem Grund gefallen bzw im Gedaechtnis bleiben. Einige werde ich hier unter
Dahergesagt ablegen. Es sind nur Sprueche,unsortiert und ohne weitere Bedeutung, glaub ich. Das einige davon grenzwertig und nicht PC sind, ist mir klar, daher dort mal ohne Kommentarfunktion. Wer mag, kann ja hier seinen Kommentar abgeben.
Heute ist Allerheiligen, wer kann verlaesst die Stadt fuer ein verlaengertes Wochenende. Alle anderen gehen auf die Piazza Unita, Barcola oder die Mole Audace. Da darf ich natuerlich nicht fehlen. Ich flaniere wie ein grosser die Mole auf und ab und sehe mir die Menschen an. Klar, an einem solchen Tag sind nur Paare und Familien unterwegs. Scheinbar bin ich der einzige Single, der sich das antut. Ziemlich sicher bin ich ueberhaupt der Letzte ueberlebte ueberlebende Single. Es mag an meiner masochistischen Ader liegen, dass ich mir sowas gerne ansehe, ich bilde mir aber auch ein, dass ich ebenso beobachtet werde und vielleicht beneidet mich sogar jemand um meine Freiheit. Weiss man's ?
Immer, wenn ich in Triest bin, fuehle ich mich voller Energie. Ich moechte gerne meine Kreativitaet in Wirklichkeiten umsetzen. Ideen habe ich genug, traue mich aber nie, diese mitzuteilen, bzw Umzusetzen. Keine Ahnung, woran ich scheitere.