Mehr aus Hoeflichkeit habe ich zugesagt, mit einem Freund der Familie einen Ausflug nach Slovenien zu unternehmen. Jetzt wars soweit, kein zurueck mehr moeglich. Fulvio (70), Walter (71) und Julia (67)holen mich ab. Schon beim Blick ins Auto weiss ich, das wird ein super-Tag. Fulvio lenkt den altersschwachen Subaru in atemberaubender Geschwindigkeit gen Slovenien.Nach ca. 30min purer Angst erreichen wir den Startpunkt. Er und Walter holen die Wanderkarten raus und mir wird Schlagartig klar: Das roemische Imperium konnte gar nicht ueberleben. 3 Italiener, 4 Meinungen. Aber lustig wars auf jeden Fall. Ein Tag voller liebevoller Gemeinheiten und sarkastischer Sprueche. Die Landschaft wunderschoen und das Wetter bestens. Sicht ueber den Golf von Triest bis zu den Alpen. Das soll aber als Tourenbeschreibung auch schon reichen.
Vom Zielpunkt aus noch ein kurzer Stop, um bei einem Bauern Aepfel zu kaufen. 4 Grappa und 3 Wein spaeter ist die deutsch-italienische-slovenische Freundschaft gefestigt und ich mit der Welt versoehnt. Ich sage zu, moeglichst bald so eine Tour zu Wiederholen.
Nen klasse Abend im Kreise der Familie meines Onkels (angeheiratet) verlebt. Anlass war der 16. Geburtstag meiner Cousine. Sie , mit ihrer Besten Freundin sind an Energie nicht zu ueberbieten und in ihrer Unbefangenheit erfrischend. Alberne Huehner halt. Es wurde extrem viel gelacht und rumgealbert. Die Freundschaft der beiden Maedels zu Beobachten hat Spass gemacht und auch die Mutter hat einen super-sympathischen Humor. Endlich mal normale Menschen. Bekomme ich jetzt schon den wehmuetigen Blick auf die Jugend? Bisl frueh dafuer oder?!
...Widdewiddewitt und Drei macht Neune.
Ich denke zuviel, ich denke zuviel an sie. Moechte sie packen, schuetteln, aufwecken. "Lass den ganzen Scheiss hinter dir, lass uns neu beginnen, lass uns beginnen." Aber kann ich erwarten, dass mein Empfinden von Glueck auch ihres ist? Natuerlich nicht aber hier ist das egal, es spielt keine Rolle, hier zaehlt nur meine Realitaet und diese ist nur in meinem Kopf.
Ich mach' mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ....
Die Bora ist ein Wind, banal gesprochen. Fuer die Triestiner ist sie allerdings viel mehr. Sie deckt Daecher ab, wirbelt die Stadt durcheinander. Huete und Regenschirme fliegen herrenlos umher. Aber sie reinigt auch die Luft, der Smog verwaescht nicht mehr die naechtlichen Lichter der Stadt und der Blick vom Garten auf die Stadt wird zum Spektakel.
Sie packt mich und ich spuere ihre Kraft, was will sie mir sagen? Das sind die Momente, an denen ich nicht weiss, was ich denken soll.
Der schoenste Platz hier im Haus meiner Ahnen ist die kleine Kaffeekueche. Ein kleiner Gasherd, ein Kuehlschrank und jede Menge Toepfe und Emailbecher aus 100jahren Kuechengeschichte. 4 Holzstufen fuehren in diesen Ort der Geborgenheit. Wenn ich morgens dort sitze, im Schlafgewand, bin ich in einer anderen Zeit. Mag auch daran liegen, dass dort je ein Kalender von 1992 und 1998 haengen. Von meinem Hocker aus male ich ich mir aus, wie es sein koennte, wenn es nicht so waere, wie es ist...
Lelli sitzt auf der obersten Stufe vor der Kueche, in ihrem pinken Hausanzug und den pinken Kroks, die Haare provisorisch zusammengesteckt. Ich reiche ihr einen Becher Kaffee, sie laechelt, blinzelt in die Morgensonne. Morgentliche Konversation ist nicht unser Ding.
Ein perfekter Moment. Leider nur ein Perfektes Bild aber immerhin ein perfektes.
Mal ein kleiner Exkurs ueber die italienischen Tischsitten. Also, die Auswahl an Gerichten, richtet sich nach der Anzahl der anwesenden Personen, es wird fuer jeden gekocht. Um die Sache abzukuerzen, entscheiden wir uns aber auch gerne dafuer, zu Susi zu gehen und einfach Pasta zu Essen. Bei jeder Mahlzeit, egal ob zu Hause oder in einem Lokal eingenommen, muss (wahrscheinlich vom Gesetzgeber vorgesehen) jeder von jedem Teller probieren, also werden Gabeln mit Kostproben rumgereicht. Ein Nein danke wird nicht akzeptiert.Ob man satt ist oder nicht, spielt keine Rolle. Ich moechte an dieser Stelle auf das wunderbare Buch Maria, ihm schmeckts nicht von Jan Weiler verweisen, bei dessen Lektuere eigentlich nur jene lachen konnten, die keine italienische Verwandschaft haben. Jenen, die jetzt empoert aufschreien und sagen: Hier werden Vorurteile geaeussert, rassistische Klischees gepflegt, moechte ich entgegenschmettern: JA MANN, ABSOLUT Aber was kann ich dafuer, wenn DIE meine Vorurteile zu 100% bestaetigen?!
16.10.10
War heute etwas Kopflahm aber trotzdem auf Tour. Zu meiner verehrten Baeckerin, mit ihr den Vormittag verbracht, dann in die Stadt und eine Oldtimerausstellung angesehen. Auch wenn ich mit etwas Wehmut die Paare beobachte, mir gehts gut. Zum ersten mal seit Jahren fehlt mir nichts, auch, wenn sie mir fehlt aber das ist eine andere Geschichte. Ich lenke mich mit der 5Minuten-Verliebtheit ab. Und es gibt hier so wunderschoene Frauen.
Zum Friedhof, meinen Grosseltern die Ehre erwiesen.
Da ich noch etwas Zeit bis zum Abendessen ueberbruecken musste, bin ich in mein absolutes
Lieblingslokal gegangen, auch dort ein grosses Hallo mit dem Kellner meines Vertrauens. 2 Broetchen, 2 Bier und ab zum Abendessen mit den buckligen.
Essen aller erster Klasse, Lardo auf Brot, Filet vom Rind, ein Tiramisu mit weisser Schokolade und natuerlich jede Menge Wein. Und ein Ambiente, wie man es bei uns nicht finden kann.
JA MANN! ABSOLUT!
So, jetzt noch ein paar Heineken und dann gehts ab in die Falle.
In diesem Sinne, Gute Nacht, woimmer ihr seid.
So die erste Besuchrunde bei den ueblichen Verdaechtigen ist abgehakt. Grosses Hallo Allerorten. Sie begruessen mich als Heimkehrer und nicht als Besucher, ein gutes Gefuehl. Ich bin voellig entspannt, seelisch und auch koerperlich.
14.10.10
Kaffee zum wach werden in der kleinen Kueche. Dann gegen 11:00 zu Susi in die ALIBI-BAR, noch nen Kaffee und kurzes update ueber die Lage der Nation. Nach dem Kaffee gibts ne Cola, aus der Cola wird dann Wein. Wo ich schonmal da bin, kann ich auch gleich essen, ne Portion Nudeln, und was fuer ne Portion. Die bekommt man nur mit noch mehr Wein runter. Zum verdauen nen Kaffee.
Weiter gehts zu Edi Renault, so genannt, weil er in einer Werkstatt des gleichnamigen Autoherstellers arbeitet. Wir planen sofort die ersten krummen lohnenden Geschaefte und traeumen von Reichtum und Macht. Vorher aber gehen wir nen Wein trinken. Wir vertagen die kriminellen Machenschaften auf ein andermal und ich lasse mich in die Stadt bringen.
Abends in den Kofflerbraeu-Keller, nett gegessen und mit Bekannten gescherzt.
15.10.10
Den Tag mit sightseeing verbracht. Abends in ein Klasse Lokal junger Leute gegangen abermals sehr gut gegessen. Bisl viel Wein aber dafuer ausgelassene Stimmung. Zotten mit den beiden Betreibern gerissen und viel gelacht. Dabei Alessandra getroffen, Wahnsinnsfrau, 35J wunderhuebsch und ne Klappe fuer zwei. Ne Frau zum Pferdestehlen. Leider seit Jahren Verheiratet aber jedesmal, wenn wir uns sehen, wissen wir, woran wir sind.
Bis 2:00 Uhr morgens mit Onkel am Rechner gesessen, den Abend nach Wein mit Bier ausklingen lassen. Was ich am 16.10.10 etwas bereue.