Ich war mal in Venedig, alleine. Knapp 2Wochen. Weil ich keinen Fotoapparat hatte, habe ich mir einen gekauft. Kannst ja nicht in so ner Stadt sein und keine Fotos machen. Zum Ende des Urlaubs habe ich nen Stapel Ansichtskarten gekauft.
Bin Stolzer Eigentümer einer SonyCyberDigitalkamera mit 5mioschiessmichtotmegadingern, Carl Zeiss-Objektiv, die meisten Fotos haben bisher andere gemacht. Die, die ich gemacht habe gehören in die Kategorie: Naja, vielleicht ist es Kunst.
Aber ich bin ein Fotograf, ein Pulitzer Preisträger. Nur, dass meine Fotos in meinem Kopf sind. Sie werden es nie auf Papier oder die Titelseite des Time Magazins schaffen aber manchmal zeige ich diese Fotos jemandem an dem mir etwas liegt.
Zur Zeit legt das Leben mir ein atemberaubendes Tempo vor.
Hatte ich den Anfang des Jahres empfundenen Optimismus etwas vergessen, so ist dieser seit guten 2 Wochen explodiert. Ich fühle mich wie in einem reißenden Strom, ich versuche durch Schwimmbewegungen die Richtung etwas zu beeinflussen aber die Hauptrichtung gibt der Fluss vor. Ich wehre mich nicht gegen die Richtung, versuche nur kleine Korrekturen vorzunehmen.
Trotz der hohen Geschwindigkeit, der unbändigen Kraft des Wassers fühle ich mich wie ein Zuschauer dieser Szene in Zeitlupe, begeistert, gespannt. Ich fiebere mit dem Helden mit,
Kämpf, geh nicht unter. Gleichzeitig fühle ich mich wie ein cooler Surfer im Sonnenuntergang, (vgl: Ocean tribe) dazu mein derzeitiger EndlosschleifenZeitlupenTrack
The Cure.
Ich habe noch nie solche Energie in mir gespürt. Ich bin ein Fluss.
Gestern Abend habe ich in der kleinen Tankstelle gearbeitet. Am Nachmittag, kam eine SMS von NIna, was für ein verlogenes Arschloch ich doch sei. Ok, über diesen interessanten Gedankenansatz, denke ich einfach mal nach. Zu erst steht die Frage, woher dieser Erkentnissgewinn kommt. Sie hat mit The G gesprochen und von Lelli erfahren, SKANDAL. Am Abend kamen dann noch ein paar SMS mit ähnlichem Inhalt. Meine Sachen könne ich bei Ebay ersteigern, mein Geld bekäme ich nicht. Und weitere Nettigkeiten. Dann stand sie plötzlich in der Tanke, sie wolle normalen Umgang mit mir, warum das nicht möglich sei, dann wieder die Machtprobe. Naja irgendwann ist sie abgehauen, mit Spruch. Dazu muss man sagen, dass sie mit ihrem Kerl zusammen ist, glücklich, haben gestern ein Auto gekauft. Also den Grund für diese Szene kann ich nur vermuten. Für mich kann ich nur sagen, dass sie Null-emotionen in mir ausgelöst hat, höchstens Mitleid. Lelli war zu diesem Zeitpunkt über alles per SMS informiert, ihre Reaktion hat mich gefreut. Eine Art Verteidigungshaltung, sie hat mir mit ihren Worten schutz geboten. So hat diese kleine Episode etwas positives.
Alles ist gut, ALLES.
Hier ist grad eine Welt im Umbruch. Mein Dasein ist nicht mehr, das was es war, es wird allmählich so wie es ist. Lelli puhlt Tag für Tag ein Stück aus mir heraus. Es ist wunderbar, wenn auch manchmal hart. Diese Frau tut mir einfach gut. Das ich über alles in sie verliebt bin, macht es noch besser. Wir reden Stundenlang, diese woche ist meine Schlafzeit im einstelligen Bereich. Mein Zeitgefühl habe ich völlig verloren, es hat Platz gemacht für andere Gefühle. Ich denke sehr viel über meine Prägung nach, über vieles zum ersten Mal.
Wie es mit uns weitergeht? Keine Ahnung, alles ist drin. Ich habe nur Hoffnung.
Ich müsste heute eigentlich nen Roman schreiben, nein ein Drehbuch. Ich kann es aber grad nicht. Bin völlig benommen, sprachlos. Es ist gerade etwas passiert, etwas sehr schönes. Aber ich lege die Posaune in den Koffer, bin still. Dieser Moment, dieses Ereignis gehört in meine kleine Schatztruhe, diesen Moment möchte ich nicht teilen, nehmt es nicht persönlich aber den behalte ich für mich. Alles ist gut.