Der alte Freund

Faktenlage: Seit November 2012 nicht mehr betrunken gewesen. Rückzug aus dem sozialen Umfeld (noch mehr als eh schon)

Nach 15Std Arbeit ist er kaputt, nicht wirklich müde aber körperlich geschafft. Es ist nicht sein einziger Tag mit dieser Stundenzahl,er verdaut die vergangenen, er freut sich auf die kommenden. Die absolute Arbeitsleistung gibt ihm zumindest ein wenig Selbstwertgefühl. Das Geld, das sich in seiner kleinen Kiste ansammelt stimmt ihn zufrieden, bedeutet es für ihn doch Luft zum atmen, Freiheit im kleinen Rahmen. Heute ist er sehr entspannt, hat Lust unter Leute zu gehen, etwas zu trinken und einfach mal einen Abend zu verbringen, den andere "normal" nennen. Aber er kennt die Realität, daher nimmt er sich nur vier halbe mit. Zu Hause angekommen öffnet er die erste Dose; viel zu kalt und überhaupt mehr Quälerei als Genuss. Er sitzt nur da, im stillen Raum, alleine. Eigentlich wäre es ein Abend für Spaß und Ausgelassenheit aber es ist niemand da. Das Angebot der jungen Frau (24), ihn zu besuchen, hat er mit der Entschuldigung, er sei zu müde, ausgeschlagen. In Wahrheit wusste er, dass er sie eh nicht flachlegen wird können. Da sitzt er lieber alleine an seinem Tisch. Holt sich einen runter.

Der DJ legt einen Radio-Tatort auf, Er quält sich dabei das erste Bier rein, wünscht sich, gleich ins Bett zu können. Ein weiterer Tatort folgt, ein weiteres Bier. Er beginnt seine Füße zu pflegen, hobelt die harte Haut ab, desinfiziert, cremt und massiert sie. Er genießt die Zuwendung, fragt sich, "wofür?" und aus der Stille seines Kopfes schallt es: "Für dich!". Das zweite Bier macht ihn schwindlig, er lacht und beginnt einen seiner inneren Dialoge. Perfekt gepflegte Füße. Nach einem weiteren Tatort entscheidet er sich noch kurz Musik zu hören, Alkohol und Musik, eine Mischung die er so lange nicht mehr gehabt hat. Nüchtern haßt er sich immer mehr, das Bier macht ihn anders; geschmeidiger, er mag sich plötzlich wieder. Er begrüßt sich, wie einen alten Freund. Das letzte Bier neigt sich dem Ende, die Musik wird immer besser, nicht der Zeitpunkt zu gehen. Lieber mehr Bier organisieren, kein Problem. Er betrinkt sich, er entspannt sich, für einen Moment ist er wieder... ...der, der er ist.

Stille im Orbit

Es passiert einfach nichts erzählenswertes. Es ist der immer gleiche Ablauf des Monotonen Alltags (deshalb ja auch "Alltag", du Napf!). In den letzten Tagen habe ich sogar versucht mal unter Menschen zu gehen, ich war zweimal auf Flohmärkten und sonst noch irgendwo. Auf dem ersten Markt habe ich es aber nicht lange ausgehalten, so ein Kruppzeug lief da rum, auf die natürliche Auslese ist auch kein verlass mehr. Der zweite Markt war etwas entfernter von hier und schon waren die Menschen etwas ansehnlicher aber unterm Strich bin ich froh, wenn ich in meiner Bude hocke und meine Ruhe habe.

Aus der Tanke gibts auch nichts Neues, nur immer neue Beweise der absoluten Dummheit. Ich genieße die Ruhe durch die Baustelle, wobei mich aufregt, dass einige Leute meinen, mir ihr Beileid bekunden zu müssen ob des Umsatzeinbruchs. HALLOHO?! Jemand zu Hause? Ich werde nach Stunden bezahlt und mein Mitleid mit dem Konzern bzw dem Chef hält sich in sehr engen Grenzen.

Ansonsten bin ich relativ entspannt und relativ zufrieden, Jeep läuft, Wetter ist ok und mehr brauchts nicht.

Das Tetris-Prinzip

Frühjahr bedeutet Frühjahrsputz. Mit dem Gedanken mal so richtig aufzuräumen, mal den ganzen Scheiß zu beseitigen, tritt man in den Raum. In sich ein Gefühl, die ganze Welt neu zu ordnen um danach ein Gleichgewicht im Universum zu schaffen, steht man da. Jetzt ist es ja nunmal so, dass sich im Laufe eines Jahres immer mehr Sachen anhäufen, die "wichtig" "schön" "nützlich" oder aus irgendeinem Grund Aufhebenswürdig erscheinen. Jahrelang geht das gut, man arrangiert alles in einem "dekorativen" Sinn aber irgendwann kommt der Punkt an dem ein Raum voll ist. Dabei ist es egal ob der Raum ein Zimmer, ein Haus, eine Lagerhalle oder das Olympia-Stadion ist. Irgendwann ist selbst der größte Raum voll. Dann beginnt man die Dinge nebeneinander, übereinander, hintereinander zu verstauen. Dekorative Aspekte spielen keine Rolle mehr, nur noch horten, haben, häufen. Wie beim beliebten Gameboy Klassiker werden die Gegenstände ineinander gestapelt. Auch das geht lange gut aber irgendwann, Level 93 schafft man es nicht mehr. Die angehäufte Scheiße erschlägt einen. Schlecht gelaunt bleibt man in einem Gewirr aus nützlichen, schönen, wichtigen, aufhebenswürdigen Gegenständen verzweifelt stehen. Der Richtige Zeitpunkt die Vorhänge zu zuziehen, nen Kaffee zu machen und auf das Frühjahr samt Putz zu Pfeifen.

Wie sagte der große Philosoph Tyler Durden: Alles, was du hast, hat irgendwann dich.

Anthropologische Studienreise

Gestern eine 7-Stunden Schicht in der Tanke, klingt blöd, ist blöd aber dank einer Baustelle vor der Tanke hielt sich das Kundenaufkommen in gerade erträglichem Maß. So kann es bleiben, die Baustelle soll bis Ende Juni bleiben, soll mir recht sein.

Heute früh in die große Stadt gefahren, ein paar Besorgungen machen und bei Latte matschiato Leute angeguckt. Kommt man, wie ich, aus einer Stadt, die eher hässliche Bevölkerung hat, genießt man es umso mehr. Endlich mal wieder schöne Menschen gesehen. Sollte ich öfter mal machen. Jetzt gehts gleich wieder in die Tanke, womit wir wieder bei hässlichen Menschen wären aber für heute habe ich genügend positive Energie.

Mico

Harte Zeiten für Träumer

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