Manchmal wunder ich mich...

Mal abgesehen von den Gedanken, die um meine eigenen Befindlichkeiten kreisen, mache ich mir ja manchmal auch Gedanken über Dinge, die mich eigentlich gar nicht zu beschäftigen brauchen. Aber da ich mich ja durchaus für das Zeitgeschehen interessiere, bleibt sowas nicht aus. Ein Gedanke bzw einige Fragen, die mich beschäftigen kreisen, im weitesten Sinne, um die Griechenlandkrise. Ich versuche mal, diese zu erklären bzw zu formulieren.

Also, Die Griechen stecken in der Krise, wie es dazu gekommen ist und wie sie aus dieser kommen sollen, wissen nur sehr wenige. Das meiste kann der Normalsterbliche nicht verstehen, da man nicht so leicht durchschauen kann, wer welche Interessen verfolgt usw. Eines scheint aber relativ klar zu sein: Die Hauptlast tragen die einfachen Griechen, der so genannte kleine Mann. Natürlich, der Korrektheit wegen auch die kleine Frau. Renten-und Lohnkürzungen treffen die einfachen Leute; nicht die reichen Reeder etc. Nun verfolge ich die hiesige mediale Berichterstattung aus dem Augenwinkel und bekomme den Eindruck, dass uns vermittelt werden soll, DIE Griechen bescheißen uns, nehmen UNSER Geld und machen sich nen Lenz. Wenn dann das MeinungsBILDende Fachblatt für Populismus und Hetze wieder eine schöne Schlagzeile bringt, höre ich oft zustimmende Kommentare (zB in der Tanke). Und da stellen sich mir die verbliebenden Haare auf. Sehen diese Leute denn nicht, dass sie gegen ihresgleichen wettern? DIE Griechen sind genauso kleine Leute wie wir hier. Wir werden aufgewiegelt und gleichzeitig genauso ausgenommen wie die; und merken es nicht mal. Ich bin kein Sozialist oder sonst ein Revoluzzer aber manchmal komme ich mir reichlich blöd vor. Gibt es keine internationale Solidarität? Kein Klassenbewusstsein? Jetzt soll bitte niemand sagen, es gäbe keine Klassen mehr.

Meine "Lieblings Werbung" in diesem Zusammenhang ist die für Ouzo12, "...für meine guuuten Freunde". Viele Menschen werden das wohl ernst nehmen. Jaja, diese griechischen Schlawiner, die berumsen uns doch. Aber so sind SIE halt.

Man sollte immer mal hinterfragen, wessen Parolen man mitgrölt. In diesem Sinne...

Standbild

Ne Woche Schreibpause eingelegt. Ich könnte jetzt als Grund anführen, dass ich so wahnsinnig viel zu tun hatte aber dem ist nicht so. Es herrscht absolute Langeweile. Seit meinem Sturz war ich auch nicht mehr im Nachtleben unterwegs, was mich allerdings auch nicht sonderlich stört. Auch sonst ist nichts passiert, als hätte jemand die Standbildfunktion aktiviert. Meine Stimmung ist ebenso auf Pause, mal wieder eine weder/noch Laune. Immernoch besser als Scheißlaune. An allen Fronten herrscht Stille. In meinem Kopf rauschen mal wieder Eigentlich sollte man...-Ideen und Gedanken rum. An der Verwirklichung scheitert es, scheitere ich mal wieder. Und trotzdem bin ich erschreckend erstaunlich entspannt. Selbst menschliche Enttäuschungen lassen mich kalt, habe ich doch eigentlich auch nichts anderes erwartet.

Naja, irgendwie gehts immer weiter...

Er und ich

Gestern habe ich geschlafen wie ein Stein. Entweder lag es an der Erschöpfung nach dem Marktbesuch oder auch nur an der Schlaftablette am Abend. Auf jeden Fall war es ein tiefer Schlaf, irgendwas geträumt aber so tief, dass ich nicht mehr genau weiß was. Nur einzelne Bilder, die ich nicht einordnen kann. Der Tag war ganz entspannt obwohl ich irgendwie neben mir stand, nicht bedröppelt, nein ich habe mich von außen gesehen und beobachtet was ich mache bzw denke. Hin und wieder nehme ich eine Art Kameraposition mir gegenüber ein und schau mir zu. Zugegeben, kein spannender Film aber besser als nichts. Es gab eine Szene, da hätte ein normaler Mensch evtl sowas wie Freude empfunden, ich aber habe nichts gefühlt, nur Gleichgültigkeit. Aus der Beobachterposition habe ich gesagt, dass das die falsche Reaktion ist aber mein körperliches Alterego war nicht in der Lage eine andere Reaktion wenigstens vorzugaukeln. Manchmal denke ich, man ich sollte eine Schauspielschule besuchen um in der beschissenen Realität wenigstens eine Rolle spielen zu können. Verbirg deine Gefühle, so lange bis du vergessen hast, wie "fühlen" geht. Vielleicht fühlst du dich dann irgendwann besser oder du implodierst.

Naja, jetzt hock ich hier blöde rum. Für ne Tablette ist es auch zu spät, sonst verpenn ich den morgigen Tag, wobei es im Grunde egal wäre aber was solls.

Monotonie

Eigentlich waren die letzten Tage ganz ok. Aber wahrscheinlich nur, weil ich mich an die Beschissenheit der Dinge gewöhnt habe. Was soll ich mich auch aufregen. Je mehr ich es "schaffe" mich zu kontrollieren, desto schwerer wird es aber auch, alte Emotionen abzurufen, wenn es angebracht wäre. Innerlich kocht in mir die Wut, keine Wut auf etwas besonderes, mehr eine allgemeine. Aber aus mir dringt nichts heraus. Irgendwann wird es mich vielleicht zerreißen. In dieser Stimmung ist es doppelt schwer in der Tanke zu stehen; Kunden können ja manchmal... Naja, daher bin ich zur Zeit nur bedingt Dienstleistungsfähig.

Angenehm war ein Besuch des Oldtimermarktes mit Neffen und Bruder. War zwar anstrengend aber recht lustig. Bisl Unsinn den keiner braucht gekauft.

Die finde ich klasse.
Weinkiste

Was gibts sonst? Die Fußball EM läuft. Dank guter Planung werde ich kein Spiel der Deutschen sehen, nur via Radio in der Tanke verfolgen. Egal, mein Herz schlägt ja eh für England. Ansonsten grad ein nettes Spiel der Italiener gesehen. Tjoar, das wäre es im Grunde schon, an der Liebesleidenfront ist alles ruhig. Keine besonderen Vorkommnisse im Aufgabenbereich.

Was wäre wenn...

Was wäre, wenn man einfach verschwände? Nein, keine Angst, das wird jetzt keine Verabschiedung in Suizidaler Absicht. (Sie da hinten, gucken sie nicht so enttäuscht.) Nur mal so drüber nachgedacht. Meine Bindungen sind eher nicht so fest, bin nicht verheiratet, bin nicht unterhaltspflichtig etc. Sogar in der Tanke wäre ich ersetzbar. Von einem Moment zum anderen könnte ich gehen, verschwinden, mich in Luft auflösen. Wenige sind so frei wie ich; und trotzdem so in sich selber gefangen. Die Frage, die ich mir stelle ist: Würde es irgendwen kratzen? Ich meine außerhalb des engeren familiären Kreises? Meine Freund- bzw Bekanntschaften sind alle eher der Art, dass sie "gut" sind, so lange sie bestehen, wenn sie nicht mehr bestehen, ist es auch ok. (Was keine negative Bewertung darstellen soll, alles hat seine Zeit (und sein Ablaufdatum)). Oder meine Verliebtheiten; ich liebe nur in Gedanken, in Wirklichkeit sind es nicht gelebte Lieben. Was wäre, wenn man einfach nicht mehr da wäre? Würde es eine dieser Lieben kratzen?

Es geht mir um Chancen. Wie oft nutzt man sie nicht, wie oft sagt man jemanden etwas nicht. Wie oft geht man nicht an einen neuen Ort usw usw. Und irgendwann ist eine Chance vorbei, weg. Du kannst nicht mehr sagen, dass du sie liebst. Du kannst nicht mehr an einen neuen Ort. Anders leben als du gerade lebst. Man wartet immer auf eine bessere Gelegenheit oder lässt sich von Zweifeln abhalten. Immer diese beschissenen Zweifel, diese Angst vor irgendwas. Was wäre, wenn man sich von den Zufällen treiben ließe? Den Butterfly-effects nachgeben würde und nur im Rahmen der sich ergebenden Situationen handeln würde? Mal nicht nach der Vernunft ginge? (an dieser Stelle muß ich darauf hinweisen, daß ich nüchtern bin, nicht unter Drogen stehe. Würde allerdings diese wirren Gedanken entschuldigen.) Stattdessen macht man lieber nichts, lebt vor sich hin; reißt die Tage, Einen nach dem Anderen, ab. Und irgendwann reißt man das letzte Kalenderblatt ab. Das ist evtl die immer wiederkehrende Frage nach dem Sinn des Lebens. Eine Antwort habe ich nicht, ich weiß nicht mal welchen Sinn mein eigenes Leben hat. Das soll gar nicht so negativ klingen, wie es klingt. Vielmehr ein Plädoyer dafür sein, Chancen zu nutzen, das Maul aufzumachen wenn im Kopf der beste Satz der Welt nach draußen will. Und vielleicht auch mal wider die Vernunft zu handeln.

Naja, verwirrte Gedanken in der Nacht.

Nachher stehe ich wieder auf, sitze auf der Bettkante, gucke zum Fenster und sage zu mir: Und schon wieder ein Tag...

Mico

Harte Zeiten für Träumer

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