Nach dem Schweiß kommt Herzblut
Die Woche ist überstanden. Bruder ist hier und wir haben ein paar Bier getrunken und mal wieder ein wenig geredet. Das erste mal seit Wochen, dass ich mit irgendjemandem ein halbwegs tiefgreifendes Gespräch führe, sonst beschränkt sich Kommunikation auf Floskeln und oberflächliches Geplänkel.
Na ansonsten bin ich einfach froh, dass die Woche vorbei ist. Gearbeitet wie ein Idiot, Tanke und Nebenjob. In sengender Hitze gebuckelt. Heute als Krönung 14Tonnen Betonschotter mit ner Ballerschippe verteilt. Bei jeden Schaufelhub klang in meinem Kopf nur: Du hast dein Leben versaut! Schaufel du Sau! So beschissen die Nebentätigkeit ist, so gibt sie mir doch ein kleines Stück Selbstwertgefühl oder Genugtuung. Ich bin nicht ganz so faul, wie einige meinen. Ich hatte euch fast geglaubt! Und ihr bekommt keinen Pfennig von der Kohle, denn die und nur die wollt ihr doch.
Ich bin fertig. Mit Jacke und Büx, wie man hier zu sagen pflegt. Schmerzen überall und im Kopf nur noch ein dumpfes dröhnen.
Heute an die Herzdame gedacht und festgestellt, dass ich drüber weg bin. Kein Herzgefühl mehr. Wieder ein Stück abgehakt, abgestorben. Gefühle sind des armen Mannes Kokain.
Gute Nacht, Marie.
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