Oh Mann!
Ich habe absolut keine Lust jetzt arbeiten zu gehen. Null.
Ich habe absolut keine Lust jetzt arbeiten zu gehen. Null.
Meine Garderobe besteht zum Hauptteil aus Plütten von Hager+Mager, die Qualität ist meistens eher bescheiden, die Pullover sind nach dem ersten Waschen 3Nummern Größer, auch die Jeans fühlen sich danach nur noch wie ein Stofftaschentuch an. Egal, zum einen habe ich nicht DAS Geld für teure Klamotten, wobei der Preis da auch nicht die Garantie für hohe Qualität ist, zum anderen ist meine Wertschätzung für so Klamotten nicht sooo hoch. Dazu kommt noch mein Talent, neue Sachen sehr schnell einzusauen. Mal eben am Auto was gemacht, die Hände an der Hose abgewischt oder mit dem neuen Hemd an irgendner Ecke hängen geblieben. In solchen Sachen bin ich ganz groß. Allerdings versuche ich auch die Billigfetzen einigermaßen zu Pflegen bzw den (geringen) Wert zu erhalten. So komme ich zu der Behauptung, dass ich wohl der einzige Mensch auf der Welt bin, der ne Hose, die 14,95€ gekostet hat, auch noch flickt. Am durchgewetzten Hintern habe ich so Aufbügel Jeansflicken... na aufgebügelt halt. Jetzt bin ich allerdings an die Grenzen des flickbaren gelangt. Ein Riss direkt an der Naht ließ sich nicht mehr reparieren. Und was soll ich sagen? Es ärgert mich tierisch. Könnte ich nähen, ich würde das Ding nochmals künstlich am Leben erhalten. Kann aber nicht nähen. Verdammt.
Also ich muss mich ja mal ein klein wenig loben, das mit den Neffen hat gut geklappt. Wenig Dramen, gute Laune Allerseits. Und Momente, die mein zu Stein gewordenes Herz durchaus berührt haben. Am Kinderfreien Vormittag mit der Mutter der Kinder nen netten Einkaufsbummel gemacht und dabei ein sehr gutes, interessantes Gespräch geführt. Obendrein noch in einem genialen... äh Café wars nicht, Kneipe wars auch nicht, sagen wir neutral mal "Lokal" dazu, gesessen. Also der Babysittereinsatz hat sich vor Allem für mich gelohnt. Es war echt schön.
Das dazu.
Wie bereits zum wiederholten Male erwähnt: es geht mir gut. Die Tage sind gut. Gleichzeitig sind die Nächte, mit wenigen Ausnahmen, grausig. Trotz eines Schlafdefizits liege ich Nachts wach und starre an die Decke oder auf die Leuchtziffern der Uhr. In Wirklichkeit fühlt es sich an, als ginge es mir gleichzeitig "gut" und "schlecht". Vielleicht gehts mir nur "gut", wenn es mir "schlecht" geht. Morgen, bzw nachher fahre ich zu den Neffen, eigentlich sollte ich schlafen, kann ich aber nicht. Ich freue mich auf die beiden, darauf für nen Moment für sie da zu sein. Ich versuche mir Szenarien auszumalen, eine Art Programm aufzustellen. Und dann kommt so ein komischer Gedanke, warum ich es eigentlich nicht geschafft habe, selber Schraatzen zu haben. Kein "Kinderwunsch" im eigentlichen Sinn, mehr die Frage, warum mein Leben so ist, wie es ist. Ich bin froh, dass der Kelch an mir vorbei gegangen ist und gleichzeitig ist da eine Traurigkeit. Seit ein paar Nächten höre ich wieder die Hörbücher "von früher mal", ich genieße die Romantik, kenne ich doch die Geschichte schon vom hören und zu weiten Teilen vom erleben. Gleichzeitig drücken mir Tränen in die Augen, weil es sowas nicht gibt auch wenn ich es mir so sehr erwünsche. Und in den Dialogen höre ich auch das Problem heraus: Überdimensionierung, Idealisierung bis hin zur Unrealisierbarkeit. Und trotzdem will ich nichts Anderes als das. Etwas unrealisierbares, überdimensioniertes. Ich war schon immer jemand, der lieber Verzichtet, als Ehrgeiz zu entwickeln (Zitat eines Ehrziehungsberechtigten).
Um dieses Gefühl noch etwas zu fühlen, werde ich jetzt das Hörbuch weiter anhören. Ich will das jetzt so fühlen und ich entscheide, was ich fühle. Und mir ist halt grad nach Kitsch. Und demnächst will ich mal wieder richtig trinken, mich kopfüber in diese Gefühlssoße stürzen.
2Stunden gearbeitet, 9 aufgeschrieben. Ärztliche Untersuchung gehabt: Pferdelunge, 5,9Liter Volumen, Gehör gut, Augen auch ok, Blutdruck super(ein WUNDER), heftigst mit der orientalischen Arzthelferin geflirtet (ich kann es noch). Von einer Verkäuferin auf 28Jahre geschätzt worden (was rasieren doch so ausmacht). Was will ich mehr?